Was mache ich eigentlich mit … Quilt Panels?

Ihr habt sie sicher schon mal gesehen: Patchworkstoffe, die nicht mit einem wiederkehrenden Muster bedruckt sind, sondern mit einem großen Motiv, das sich über die komplette Breite des Stoffes erstreckt. Und dann denkt ihr euch: "das ist aber schön ... was mach ich damit?" Da seid ihr nicht alleine, die Frage hören wir im Laden öfter. Deswegen möchte ich euch hier ein paar Ideen geben.

Wie bereits erwähnt, erstrecken sich die Panels für gewöhnlich von einer Webkante zur anderen, sodaß die lange Seite mit 1,10 m praktisch vorgegeben ist. Die Breite kann variieren, liegt aber meistens bei 24 Inch (ca. 60 cm) oder 36 Inch (= 1 yard, ca. 90 cm).

Oft sind diese Panels Teil einer Kollektion von Kinderstoffen und dann ist die Sache einfach: wenn überhaupt, wird noch ein Rahmen um das Panel genäht, und damit ist die Vorderseite ja auch schon fertig. So eine Kinderdecke ist dann schnell genäht – man muß nur ein wenig quilten und das Einfassband annähen – und eignet sich gut als Geschenk.

Aber was macht man mit Panels, die aus mehreren Bildern bestehen? Oder die quer auf den Stoff gedruckt sind? Oder wenn ich eine viel größere Decke nähen möchte?

Grundsätzlich ist es eine gute Idee, wenn du Rechenpapier und einen Bleistift zur Hand nimmst und dir einen groben Plan machst.

Eine gute Anlaufstelle und Quelle für eine erste Inspiration kann die Webseite des Stoffherstellers sein. Oft gibt es dort kostenlose Anleitungen für Quilts, in denen die Panels verarbeitet sind, z.B. bei Henry Glass. Dort werden aus kleinen quadratischen Motiven Decken von bis zu 1,50 x  2,00 m Größe:

Auf der anderen Seite ist es natürlich auch so, dass die Firmen gerne so viele Stoffe wie möglich aus der Kollektion in einer Decke unterbringen möchten und diese dann schnell sehr unruhig und bunt werden kann. Und manchmal sind auch einfach gar nicht mehr alle Stoffe verfügbar. Aber wie gesagt können die Anleitung eine gute Inspiration für eigene Ideen sein.

Bei den Beispiele oben sind immer sechs unterschiedliche quadratische Motive auf einem Abschnitt von 60 cm aufgedruckt:

Die einzelnen Motive werden dann inklusive Nahtzugabe ausgeschnitten, wobei du natürlich entscheiden kannst, ob du die kleinen Rahmen, die um die Motive gedruckt sind, nutzen möchtest oder nicht.

Übrigens: auch wenn die Motive wahrscheinlich eher einer “runden” Inch-Größe entsprechen, z.B. 12 x 12 Inch, hindert dich niemand, daraus einfach 30 x 30 cm zu machen, wenn dir das bei der weiteren Berechnung leichter fällt.

Sind die einzelnen Motive zerschnitten, müssen zusätzliche Elemente dazwischen und drumherum gesetzt werden, um auf die Wunschgröße zu kommen. Das können einfach Streifen sein oder auch verschiedene Patchworkblöcke. Ich zeige dir mal anhand der kleinen Tiere aus der “Little Ones”-Kollektion, wie du vorgehen könntest.

Als erstes habe ich die reinen Motive ausgemessen und komme auf “wunderbare” 9,875 x 9,75 Inch oder 25 x 24,75 cm. Die Quadrate sind also noch nicht mal richtig quadratisch ;-) In diesem Fall würde ich die Motive auf 9,5 x 9,5 Inch schneiden, abzüglich einer Nahtzugabe von 0,25 Inch bleiben also Quadrate von 9 x 9 Inch (23 x 23 cm). Damit kann ich gut rechnen. Möchtest du Zentimeter nutzen, könntest du die Quadrate z.B. in 21,5 cm ausschneiden, dann bleiben dir bei einer Nahtzugabe von 0,75 cm fertige Quadrate in 20 x 20 cm.

Die weitere Vorgehensweise hängt natürlich auch davon ab, wie groß die Decke am Ende werden soll. Fangen wir an mit zwei ganz einfachen Varianten:

Im ersten Beispiel habe ich zwischen die Quadrate und darum herum 3 Inch breite Streifen gesetzt. Außen herum nochmal einen 2,5 Inch breiten Streifen. Im Ganzen kommt die kleine Decke so auf 32 x 44 Inch oder etwa 80 x 110 cm.

Im zweiten Beispiel bin ich genau gleich vorgegangen, nur mit dem kleinen Unterschied, daß ich als erstes um die einzelnen Motive einen 1,5 Inch breiten Rahmen gesetzt habe. Damit sind die Quadrate mit den Motiven jetzt 12 x 12 Inch groß. So ist die Decke am Ende 38 x 53 Inch oder etwa 95 x 135 cm groß.

Wenn die Decke etwas größer oder aufwendiger werden soll, dann kannst du statt einfacher Streifen auch (Patchwork-)Blöcke zwischen die Motive setzen:

Die Größe der Patchwork-Blöcke ist abhängig von der Seitenlänge der Quadrate mit den Hauptmotiven. Hier habe ich angefangen mit den reinen Motiven in 9 x 9 Inch, das lässt sich wunderbar durch 3 teilen. An jede Seite kann ich so drei Blöcke á 3 x 3 Inch annähen – im Beispiel links einfache Quadrate, im Beispiel rechts Rail Fence Blöcke in jeweils 3 x 3 Inch. Diese Decken hätten eine Größe von 38 x 50 Inch oder ca. 96 x 127 cm.

Bei diesen Beispielen habe ich mit den 12 x 12 Inch großen Quadraten geplant. 12 ist eine schöne Zahl, denn ich kann sie durch 2, 3 und 4 teilen. Das heißt, ich könnte zwischen die Hauptmotive entweder 2 Blöcke á 6 Inch, 3 Blöcke á 4 Inch oder 4 Blöcke á 3 Inch setzen.

Im Beispiel links habe ich Sanduhr-Blöcke mit einfachen Quadraten abgewechselt, im Beispiel rechts Flying Geese Blöcke. Die Blöcke haben eine Größe von 4 x 4 Inch.

Die Decken hätten in diesem Fall eine Größe von 47 x 63 Inch oder ca. 1,20 x 1,60 m.

Warum habe ich den schmalen Rahmen eigentlich 1,5 Inch breit gemacht und nicht 1 Inch?

9 Inch + (2x) 1 Inch = 11 Inch

11 lässt sich durch keine Zahl teilen und es wird schwierig, einen gleichmäßigen Rahmen aus kleinen Patchwork-Blöcken drumherum zu nähen.

Hier habe ich zwischen den Hauptmotiven mit 6 Inch Blöcken geplant. Im Beispiel links habe ich Nine Patch Blöcke eingesetzt mit abwechselnder Verteilung der Farben/Stoffe. So sieht es aus wie eine einheitliche Schachbrettfläche. Im Beispiel rechts habe ich einfache Half Square Triangles in 3 x 3 Inch kombiniert mit Streifen und Schneeball-Blöcken in 6 x 6 Inch.

Die fertigen Decken hätten in diesem Fall eine Größe von 53 x 71 Inch oder ca. 1,35 x 1,80 m.

Denk daran, dass du die Größe der Decken in diesen Beispielen auch jederzeit variieren kannst durch die Breite der Rahmen. Oder lass einen oder beide Rahmen einfach ganz weg.

Du kannst auch einfach hübsche Kissenhüllen aus den einzelnen Motiven nähen. Oder du nähst gar nicht, klebst die Motive mit doppelseitigem Klebeband auf feste Pappe und hängst sie in einem quadratischen Rahmen an die Wand ;-)

Was habe ich mit meinen Panels gemacht?

Ich habe diesmal mit Stift und Papier geplant (mache ich sonst eher am Computer) und mich für eine Kombi aus den oben genannten Möglichkeiten entschieden. Die einzelnen Bilder haben einen hellen Rahmen bekommen, dazwischen habe ich Rail Fence Blöcke in 3 Inch gesetzt. Außenrum gab’s nochmal zwei verschiedene Rahmen, sodaß ich auf eine Größe von etwa 97 x 133 cm gekommen bin. Hier siehst du meine Berechnungen und darunter den fertigen Quilt:

Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Ideen geben und du hast Lust bekommen, selber mit Panels zu experimentieren. Wenn du Fragen hast, hinterlasse mir gerne einen Kommentar.

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