Als "Windmühlentasche" ist dir diese Taschenform vielleicht schon mal über den Weg gelaufen. Ich zeige dir hier eine noch vielseitigere Abwandlung, die du mit verschiedenen Optionen ganz deinem Stil und deinen Bedürfnissen anpassen kannst.
Statt aus vier Streifen wird diese Version der Tasche aus Quadraten genäht, die in Reihen und Spalten auf der Spitze stehend zusammengesetzt werden. Dadurch ergeben sich für dich viel mehr Möglichkeiten, z.B. deine Lieblingsstoffe unterzubringen und einzelne Patchworkblöcke in Szene zu setzen.
Du brauchst
In diesem Beispiel nähe ich eine Tasche mit einer Größe von ungefähr 16 x 12 Inch / 40 x 30 cm (BxH). Die Vorgehensweise für andere Größen ist gleich und du kannst dir deine Wunschgröße am Ende der Anleitung berechnen.
Material
- Außenseite: 16 Quadrate á 6 x 6 Inch
- Innenseite: 31,5 x 16 Inch
- Henkel: ca. 70 Inch / 2 m Gurtband oder 2 Streifen Stoff á 4 x 42 Inch / 10 x 110 cm
- optional – Einfassband: mind. 37 x 2,5 Inch
- optional – Vlies: mind. 44,5 x 16,5 Inch – zum Einbügeln oder Einnähen, z.B. Rest vom letzten Quilt
- optional – Innenfach: 7 x 14 Inch
- optional – Innenfach: 7 Inch / 18 cm Endlosreißverschluß + Schieber
- optional – Magnetverschluß
Werkzeug
- Rollschneider
- Patchwork-Lineal (in Inch)
- Schneidematte
- Stoffschere
- Stoffklammern
- evtl. temporärer Sprühkleber oder Sicherheitsnadeln
Falls nicht anders angegeben, nähst du rechts auf rechts mit einer Nahtzugabe von 1/4 Inch und verriegelst alle Nähte am Anfang und am Ende.
Außenseite nähen
Lege deine 16 Quadrate in 4 x 4 Reihen und Spalten aus, und zwar so, daß die Quadrate alle auf der Spitze stehen und die Spalten diagonal verlaufen:
Beachte dabei, daß die obere Reihe später zur Hälfte abgeschnitten wird und die untere Reihe später zur Hälfte unten im Boden verschwindet. Besonders schöne Stoffe oder „wichtige“ Patchworkblöcke sollten sich also in den mittleren beiden Reihen befinden.
Nähe jeweils die vier Quadrate innerhalb der Spalten zusammen. Idealerweise lässt du dabei 1/4 Inch an beiden Enden der Naht offen.
Die Nahtzugaben innerhalb der Spalten bügelst du am besten so:
Die erste NZG bügelst du zum ersten Quadrat, die zweite zum dritten Quadrat und die dritte NZG ebenfalls zum dritten Quadrat.
Damit du beim Aneinandernähen der Spalten gleich nicht durcheinander kommst, legst du sie dir am besten noch einmal genau so hin, wie sie später in der Tasche angeordnet sein sollen. Dann nimmst du die ersten beiden Spalten und klappst sie rechts auf rechts aufeinander. An jedem Ende sollte nun ein Quadrat überstehen.
Durch die Art und Weise, wie du vorher die Nahtzugaben gebügelt hast, sollten nun die Nähte an den „Kreuzungen“ perfekt ineinander greifen. Nähe die ersten beiden Spalten aneinander.
Auf diese Weise nähst du auch die beiden anderen Spalten an, immer schön um ein Quadrat versetzt.
Die Nahtzugaben kannst du jetzt wunderbar auseinander bügeln und du solltest perfekte Kreuzungen zwischen den Quadraten erhalten haben.
Jetzt werden die Spitzen der oberen Reihe abgeschnitten, sodaß du eine gerade Kante erhälst. Am besten legst du dein Außenteil dafür auf eine große Schneidematte und stellst sicher, daß die Spitzen alle bündig auf einer Linie liegen. Anschließend schneidest du die Spitzen mit Rollschneider und Lineal ab. Wichtig dabei ist, daß du eine Nahtzugabe breit jenseits der ersten vollständigen Quadrate stehen lässt, damit diese nach dem Zusammennähen später noch schöne Spitzen haben.
Wenn du magst, kannst du deine Außenseite jetzt noch mit Vlies verstärken, um einen richtigen Patchwork-Look zu bekommen. Ich habe mich hier für einen Rest Bambus-Vlies von meinem letzten Quilt entschieden. Du kannst aber auch ein Volumenvlies zum Einbügeln nehmen.
Das Vlies muß natürlich so groß sein wie die komplette Vorderseite – in diesem Fall mindestens 44,5 x 16,5 Inch.
Wenn du dich für ein Vlies zum Einnähen entschieden hast, solltest du deine Außenseite gegebenenfalls mit großen Sicherheitsnadeln oder temporärem Sprühkleber auf dem Vlies befestigen, bevor du die beiden Lagen miteinander versteppst (quiltest). Ich habe mich in diesem Fall für ein paar gerade Nähte entschieden. Beim Aufbügelvlies ist das anschließende Quilten optional. Nach dem Aufnähen oder -bügeln schneidest du das Vlies auf die Größe der Außenseite. Nimm dafür ruhig deine Stoffschere zu Hilfe. Gerade bei den Zacken an der unteren Kante läufst du schnell Gefahr, mit dem Rollschneider zu weit zu schneiden. Mit der Schere hast du mehr Kontrolle.
Wenn du dich für die Variante ohne Vlies entschieden hast, entfällt dieser Schritt natürlich.
Jetzt wird’s etwas knifflig, denn die beiden Seitenkanten müssen aneinander genäht werden. Auf dem Foto habe ich dir die beiden Ecken markiert, die aufeinander treffen müssen. Das fühlt sich im ersten Moment wahrscheinlich total falsch an, so als wäre alles verzogen, und die beiden Kanten sind auch nicht gleich lang. Das ist richtig so. Nimm dir hierfür ruhig ein paar Klammern zur Hand und stelle sicher, daß auch hier die Nähte, die aufeinander treffen, auch wirklich so exakt wie möglich aufeinander liegen. Anschließend nähst du die beiden Kanten aufeinander. Wenn die obere Kante, die du vorhin gerade geschnitten hast, nun durchgehend bündig ist, hat das schon mal gut geklappt!
Wen du magst, kannst du jetzt hingehen und mit einer Schere vorsichtig das Vlies aus der Nahtzugabe herausschneiden. Dann liegt diese Naht später etwas flacher. Pass aber unbedingt auf, daß du dabei nicht in den Stoff oder die Naht schneidest.
Das Außenteil sollte jetzt eine Art Schlauch sein. Falte es zusammen, sodaß die Spitzen unten aufeinander treffen.
Du kannst das Teil jetzt nochmal ausmessen, um sicherzugehen, daß du für das Innenteil die richtigen Maße hast. Mein Außenteil ist 15,5 Inch breit => 2x 15,5 + 2x Nahtzugabe = 31,5 Inch. Von der untersten Spitze bis zur geraden Kante oben ist es 16 Inch hoch, passt also auch.
Dieses Teil kannst du jetzt als Schablone für das Innenteil nehmen.