
Vor Kurzem habe ich mit einer Kundin über eines ihrer nächsten Quilt-Projekte gesprochen – eine Patchwork-Decke mit Cathedral Window Blöcken.
Für alle, die damit (noch) nichts anfangen können: so ein „Kirchenfenster“-Block sieht ungefähr so aus, wobei es natürlich unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten gibt, wie immer beim Patchwork.
Man hat meistens einen unifarbenen (oft weißen) „Fensterrahmen“, aus dem bunte, kleine Stoffstückchen hervorblitzen, eben wie bei einem Kirchenfenster. Daher ja auch der Name :-)
Ich wollte sowieso neue Kissenhüllen für den Laden nähen und dachte, das ist doch bestimmt ein klasse Motiv dafür. Vor einer ganzen Weile habe ich sowas auch mal genäht (ich glaube, in ganz klein, als Nadelkissen), konnte mich aber nicht mehr so richtig daran erinnern, also habe ich angefangen, nach Anleitungen zu suchen.
Und ich habe schnell gemerkt: 1. es gibt sehr unterschiedliche Methoden, die Kirchenfenster zu nähen, 2. alle Methoden benötigen sehr viel Stoff! und 3. man sollte gerne bügeln …
Weil ich ja sonst nichts zu tun habe, hab ich mir gedacht: ich probiere einfach mal alle Methoden aus und berichte euch, wieviel Stoff man für welche Methode braucht und was einfacher oder schneller geht.
Wichtige Hinweise für alle Methoden
- Falls nicht anders angegeben, nähe ich mit einer Nahtzugabe von ¼ Inch, alle Stoffangaben sind auch bereits inklusive dieser Nahtzugabe. Außerdem verriegle ich alle Nähte jeweils am Anfang und am Ende jeder Naht. - Die Materialangaben beziehen sich jeweils auf die Vorderseite für eine 40 x 40 cm Kissenhülle, um den Stoffverbrauch realistisch vergleichen zu können (eigentlich ist sie 15“ x 15“ = ca. 38 x 38 cm). - Die Quadrate für die Fenster und den Hintergrund können natürlich auch super aus Resten genäht werden.

Methode 1
Bitte nicht wundern: ich hatte mich bei diesem Kissen kurzfristig entschieden, rechts und links eine Kante aus einem der gemusterten Stoffe anzuschließen. Wer das auch machen möchte, näht statt der 36 Quadrate nur 24.
Material
- 36 Quadrate á 3“ x 3“ für den Hintergrund = 3 Streifen á 3“ = 9“ / ca. 23 cm
- 72 Quadrate á 3“ x 3“ für die Fensterrahmen = 6 Streifen á 3“ = 18“ / ca. 46 cm (evtl. kommt ihr auch mit 5 Streifen hin je nach Stoffbreite)
- 12 Quadrate á 3“ x 3“ für die „Fenster“ (aufpassen bei Motiven, die eine eindeutige Richtung haben: die Quadrate stehen auf der Spitze!) = 1 Streifen á 3“ = 3“ / ca. 8 cm
- optional 6 Quadrate á 3“ x 3“ für die halben Fenster am Rand (Quadrate werden diagonal zerteilt) = 1 Streifen á 3“ = 3“ / ca. 8 cm
- Insgesamt: 85 cm Stoff

Stoffquadrate als Ausgangspunkt für das Cathedral Window Patchwork Kissen

von links nach rechts - die gefalteten Dreiecke werden auf die Quadrate des Hintergrundstoffs geheftet, anschließend so anordnen, dass die "Schlitze" im Zick-Zack angeordnet sind.
Die 72 Quadrate für die Fensterrahmen – in meinem Beispiel weiß – werden diagonal zu einem Dreieck gefaltet und gebügelt. Je zwei dieser Dreiecke auf einem Hintergrund-Quadrate so platzieren, dass die gebügelten Kanten sich berühren und der Hintergrund komplett abgedeckt ist. Mit einer ganz knappen Nahtzugabe rundherum festnähen, damit alles da bleibt, wo es sein soll.
Jetzt alle genähten Quadrate in 6 x 6 Reihen auslegen und darauf achten, dass die offenen Schlitze so angeordnet sind, dass sich auf der Spitze stehende Quadrate bilden (siehe Foto – ich habe 4×6 Quadrate ausgelegt, weil ich an den Seiten einen bunten Streifen annähen wollte).
Erst 6er Reihen aneinander nähen, dann die Reihen zu einem großen Quadrate nähen. Dabei die Nähte auf der Rückseite auseinander bügeln, um so wenig Stofflagen wie möglich zu haben.

Rückseite des Cathedral Window Patchwork Blocks - die Nähte auseinander bügeln, um so wenig Stofflagen wie möglich auf einer Stelle zu haben

Die Stoffquadrate für die "Fenster" jetzt schön auf dem Untergrund verteilen. Du kannst dir überlegen, ob du die Rahmen an den Kanten leer lässt oder die Quadrate für die Fenster halbierst und viertelst und sie ebenfalls am Rand festnähst.
Der „Untergrund“ ist nun fertig und sieht von hinten ungefähr so aus. Kleine Ungenauigkeiten sind an dieser Stelle nicht schlimm.
Jetzt die Stoff-Quadrate für „Fenster“ auf dem Untergrund platzieren, die Spitzen dabei auf die Nähte legen, dann wird’s schön mittig (ist aber nicht schlimm, wenn’s nicht exakt mittig ist).

Wenn die Nähte nicht 100% aufeinander passen, ist das nicht ganz so schlimm. Diese Stelle zum Beispiel wird im nächsten Schritt vollständig vom bunten "Fenster"-Stoff überdeckt.
Alles gut feststecken oder kleben (es sei denn, ihr seid so faul wie ich, dann könnt ihr’s lassen :-) und mit einem Fensterchen anfangen. Eine Kante des Fensterrahmens nun über das Fenster klappen (das klappt mit einer schönen Rundung, weil der Stoff hier diagonal zum Fadenlauf liegt und dadurch „stretchig“ ist) und klappkantig festnähen.

Den "Rahmen" im kleinen Bogen über den gemusterten Stoff in der Mitte des Fensters klappen und knappkantig festnähen.

Kurz vor der Ecke klappst du die nächste Seite ein. Um den Stoff festzuhalten, kannst du zum Beispiel einen Nahttrenner zu Hilfe nehmen.
Ich nehme dafür Garn, das farblich zum Stoff passt, dann fallen Ungenauigkeiten kaum auf. Kurz vor der Ecke stoppen, das Füsschen heben, schon mal die nächste Kante umklappen und Füsschen wieder senken. Ich nehme hier gerne die lange Spitze des Nahttrenners zu Hilfe, um den Stoff festzuhalten, bis das Füsschen wieder unten ist (aufpassen, dass du nicht aus Versehen mit der Nähmaschine drüber nähst, sonst bricht die Nadel ab!). Außerdem habe ich die nächste Kante UNTER die vorherige gesteckt. Ich hatte das Gefühl, dass ich die nächste Kante so schon mal gut festgenäht habe, bevor ich den Stoff an der Ecke drehe. Weiter nähen, an der Ecke mit Nadel im Stoff um 90° drehen und die nächste Kante nähen.
Nach diesem Muster ein Fenster nach dem nächsten nähen.

Arbeite dich Fenster für Fenster vor. Wenn du dich entschieden hast, an den Rändern keinen Stoff in den Fenstern zu platzieren, klappst du den Rahmen einfach so zur Mitte, damit man trotzdem den Hintergrundstoff sieht.
Zum Schluß die Vorderseite begradigen und eine Rückseite mit Reißverschluß oder Hotelverschluß annähen.
Pro
- Ich habe das Gefühl, diese Methode verzeiht kleine Fehler und Ungenauigkeiten sehr gut. Wenn die in Punkt 3 aneinander genähten Quadrate nicht 100% aufeinander treffen, werden sie teilweise von den bunten Stoffen der Fenster verdeckt oder es sind die Stellen, an denen die Spitzen der Rahmen aneinander stossen, die sind sowieso nicht super ordentlich. Mich stört das ehrlich gesagt gar nicht. Wem das etwas ausmacht, der kann diese Stellen mit passenden Knöpfen verzieren, dann sieht man davon nichts mehr.
- Theoretisch könnte man alle Rahmen und alle ovalen Hintergründe aus unterschiedlichen Stoffen nähen, da alles einzeln zusammengesetzt wird.
- Dadurch, dass man hier mit relativ „normalen“ Patchwork-Blöcken arbeitet, hat man rundherum eine Nahtzugabe von ¼“ übrig und kann die Vorderseite des Kissens so an die Rückseite nähen, dass die Seiten der Fenster nicht in der Naht verschwinden.
Con
- Durchschnittlich liegen hier 4-6 Lagen Stoff übereinander, an den Nähten durch die Nahtzugaben deutlich mehr.
- Ich hatte teilweise Mühe, den Stoff unter der Maschine zu manövrieren, ohne dass mir ständig die Nahtzugaben umgeklappt sind. Es sind einfach viele Lagen Stoff.
- Die Rückseite sieht sch* aus! Obwohl ich die Kissen-Vorderseite nicht gequiltet habe, habe ich ein Stück Vlies dahinter genäht, um die wirklich unschönen Nähte zu verstecken.
Methode 2
Für die zweite Methode gibt es verschiedene Varianten, mit denen man starten kann und für die man unterschiedlich viel Stoff braucht. Außerdem ist diese Methode allen zu empfehlen, die gerne bügeln :-) Ich habe den Dampf an meinem Bügeleisen ausgestellt und dafür viel mit der Wassersprühflasche gearbeitet. Ich hatte Angst um meine Finger!
Material
- 9 Quadrate á 5“ für den Hintergrund (falls gewünscht) = 2 Streifen á 5“ = 10“ / ca. 26 cm
- 12 Quadrate á 3“ x 3“ für die „Fenster“ (aufpassen bei Motiven, die eine eindeutige Richtung haben: die Quadrate stehen auf der Spitze!) = 1 Streifen á 3“ = 3“ / ca. 8 cm
- optional 6 Quadrate á 3“ x 3“ für die halben Fenster am Rand (Quadrate werden diagonal zerteilt) = 1 Streifen á 3“ = 3“ / ca. 8 cm
- Insgesamt (je nach Variante): 119 bis 126 cm Stoff
Sorry, hier gibt's keine Vorschau. Ich hatte keine Lust, alle Fenster für das Kissen fertig zu machen, zumal ich mich vertan habe und die Blöcke aus Versehen zu klein gemacht habe (auf den ersten Fotos siehst du noch meine 5"x5" Markierung auf der Schablone, das ist natürlich falsch! Nach der Hälfte habe ich aufgegeben :-(
Variante 2.1
Du startest mit Quadraten, bei denen du erst die Kanten sauber umbügelst und so auf die Ausgangsgröße kommst.
- 9 Quadrate á 11“ für den Rahmen = 3 Streifen á 11“ = 33“ / 84 cm (je nach Stoffbreite kommst du evtl. auch mit 5 Streifen hin
- 1 Schablone in der Größe 10“ x 10“ zum Umbügeln (also nichts was beim Kontakt mit dem Bügeleisen schmilzt)
- Platziere die Schablone mittig auf dem Quadrat und bügele die Kanten um.
- Mache weiter mit Punkt 1 der Variante 2.2.

Schneide dir aus fester Pappe eine Schablone und platziere sie mittig auf deinem Stoffquadrat

Bügle die Kanten um deine Schablone herum

Nimm die Schablone raus und bügle die Kanten nochmal ganz glatt
Variante 2.2
Du startest mit Quadraten, die sofort die richtige Ausgangsgröße, dafür aber keine sauberen Kanten haben.
- 9 Quadrate á 10“ für den Rahmen = 3 Streifen á 10“ = 30“ / 77 cm
- Falte das Quadrat jeweils in der Mitte, um dir die Mittelpunkte aller Seiten zu markieren. Wieder auseinander klappen.
- Falte nun jede Spitze zur Mitte, achte dabei besonders darauf, dass du saubere neue Spitzen an den Stellen formst, an denen du vorher die Mitte der Seiten markiert hast. Gut bügeln.
- … weiter mit der allgemeinen Beschreibung für Methode 2 …

Falte die Spitzen des Quadrates - wie beim Origami - zur Mitte
Variante 2.3
Du startest mit der Ausgangsgröße plus Nahtzugabe und erledigst den ersten Arbeitsgang mit der Nähmaschine statt mit dem Bügeleisen.
- 9 Quadrate á 10½“ für den Rahmen = 3 Streifen á 10½“ = 31½“ / ca. 80 cm
- Falte das Quadrat mittig zusammen, sodaß ein Rechteck entsteht. Nähe die beiden kurzen Seiten mit der Maschine zusammen.
- Ziehe nun die so entstandene Tasche auf und lege die offene Kante so zusammen, dass sich die beiden Nähte in der Mitte treffen. Nähe auch diese Kante zusammen und lasse dabei eine Wendeöffnung frei.
- Kürze die Nahtzugabe an den Ecken, wende das Quadrat und streiche alle Seiten aus, sodass rechte Winkel entstehen. Die Wendeöffnung muß nicht geschlossen werden.
- … weiter mit der allgemeinen Beschreibung für Methode 2 …

Falte das Quadrat mittig (falls du gemusterten Stoff hast, rechts auf rechts) und nähe die beiden kurzen Kanten zusammen (gestrichelte Linie)

Falte das kleine Täschchen, das du gerade genäht hast, auf, lege an der offenen Kante die beiden Nähte aufeinander und nähe die Kante zu. Dabei nicht die Wendeöffnung vergessen.

Wende das kleine Quadrate durch die Öffnung, verteile die Nahtzugaben möglichst gleichmäßig und forme die Ecken schön aus. Alles gut bügeln. Die Wendeöffnung muss nicht verschlossen werden.
Variante 2
Unabhängig davon, mit welcher Variante du gestartet hast, sollte dein Quadrat nun eine Größe von etwa 7″ x 7“ haben. Die offenen Kanten, bzw. die Seite mit der Naht liegt oben.
Falte das Quadrat nun wiederum jeweils zur Hälfte, um dir die Mittelpunkte der Seiten zu markieren.
Falte die Spitzen wieder zur Mitte und achte diesmal ganz besonders darauf, dass sich diese ganz sauber treffen. Das Quadrat sollte nun eine Größe von 5“ x 5“ haben.
Gut bügeln!
Das ganze Spielchen mit den übrigen Quadraten für den Rahmen wiederholen, dann für unser Kissen in 3 x 3 Reihen auslegen.

Noch einmal alle Spitzen des Quadrats zur Mitte falten. Diesmal besonders darauf achten, dass die Spitzen schön aufeinander treffen.

Wie schon gesagt, ich habe mich mit der Größe vertan - daher habe ich hier sechs in einer Reihe. Ihr solltet nur drei haben!
Falls du anderen Stoff für den Hintergrund nutzen möchtest, solltest du nun die 5“ Stoffquadrate in den gefalteten Quadraten für die Rahmen platzieren. Eventuell musst du den Hintergrund ein ganz klein wenig einkürzen, wenn er nicht flach liegen bleibt oder die Kanten sich umbiegen.

Wenn du Hintergrundstoff nutzen möchtest, musst du nun die 5"x5" Quadrate in die Rahmen hineinlegen. Falls sie zu groß sind und Falten schlagen, schneide ein klein wenig an den Seiten ab.

Fixiere zwei "Flügelchen" und achte darauf, dass die Knicke unten exakt nebeneinander liegen.

Nähe die Flügelchen ganz genau im Knick aneinander.
Jetzt müssen die Rahmen miteinander verbunden werden und dafür gibt es wieder verschiedene Optionen. Zum einen kannst du zwei nebeneinander liegende „Flügelchen“ aufklappen und GANZ GENAU im Knick zusammen nähen. Das klappt am besten, wenn du die beiden Teile mit einer Nadel fixierst und damit überprüfst, ob die Knicke wirklich aufeinander liegen. Alternativ kannst du die Teile auch aneinander schieben und mit einem feinen Zickzackstich verbinden. Den sieht man nachher nicht. Alternativ kannst du die Teile auch mit der Hand mit einem Matratzenstich verbinden.

Du kannst du Rahmen auch nebeneinander legen und mit einem schmalen Zick-Zack-Stich aneinander nähen.

Drei Blöcke für das Cathedral Window Patchwork Kissen - links im Knick zusammengenäht, rechts mit Zick-Zack-Stich

Nähe bei jedem Block die Spitzen in der Mitte kreuzweise fest.
Wenn alle Teile aneinander genäht und die Hintergrundstoffe platziert sind, klappst du alle losen Seitenteile wieder zu und nähst sie mit wenigen Stichen kreuzförmig zu. Wenn du magst, kannst du das auch mit der Hand machen.
Jetzt gehst du genauso weiter vor wie im letzten Teil von Methode 1 – platziere die „Fenster“ auf dem Untergrund, klappe die „Rahmen“ um und nähe sie fest.
Wenn du mit der Vorderseite fertig bist, nähst du sie an die Kissenrückseite mit Reißverschluß oder Hotelverschluß.
Pro
- Die Rückseite ist sehr ordentlich und muß nicht versäubert oder versteckt werden.
Con
- Ich bin nicht gemacht für Stoff-Origami. So sehr ich mich bemüht habe, war ich nie wirklich glücklich mit dem Ergebnis meiner Faltkünste, die Ecken und Spitzen waren mir nicht sauber genug und passten ganz oft nicht richtig aufeinander.
- Bei Variante 1, bei der wir eine unversäuberte Kante haben, ist mir diese beim Überkreuz-Festnähen und beim Umschlagen des Rahmens leicht ausgefranst = nicht sehr schön.
- Bei Variante 2 hat man dagegen eine zusätzliche Stofflage durch das Umbügeln der Kante ganz zu Anfang.
- Variante 3 bringt noch mehr Stofflagen mit sich durch die zusätzlichen Nahtzugaben gerade in den Spitzen. Ich finde, dass sich der Rahmen gerade an diesen Stellen schlecht umklappen ließ.
- Ich habe nachgezählt: ich hatte an den meisten Stellen 10 bis 11 Stofflagen übereinander, in den „Kurven“ der Fensterrahmen nochmal 4 dazu. Das macht das ganze Projekt nicht nur sehr steif, ich kann mir vorstellen, dass eine komplette Decke auch echt schwer wird! Und natürlich verbraucht man auch sehr viel Stoff.
- Bei dieser Methode hast du an den einzelnen Blöcken keine Nahtzugabe. Nähst du also die Kissen-Vorderseite so an die Rückseite, wie du es bei anderen Motiven machen würdest, „schneidest“ du dir mit der Naht von deinen Fenstern ein Stück ab. Um das zu verhindern, musst du die Flügelchen, bevor du sie kreuzweise festnähst, aufklappen und jetzt bereits im Knick an die Rückseite nähen, was ich bei der weiteren Verarbeitung etwas unpraktisch finde.

Methode 3
Irgendwie wollte ich mich nicht damit zufrieden geben, dass dies die einzigen Möglichkeiten sein sollen, an ein Cathedral Window Kissen (oder eine Decke) zu kommen. Normalerweise habe ich ja Spaß am Nähen – der Weg ist das Ziel, sozusagen – und ich schrecke auch vor wirklich kniffligen Sachen nicht zurück, aber das hier, vor allem Methode 2, fand ich einfach nur frustrierend. Also habe ich experimentiert.
Ich habe mich dazu entschieden, aussen einen Rand frei zu lassen, und habe daher nur 13 Quadrate gebraucht. Möchtest du die ganze Vorderseite bis zum Rand mit Fenstern bedecken, brauchst du die 18 Quadrate aus der Liste (4 werden halbiert, 1 wird geviertelt).
Material
- 40 cm Hintergrund (bei 110cm Stoffbreite ist da der Stoff für die Rückseite schon mit dabei)
- 18 Quadrate á 5“ für den Rahmen = 3 Streifen á 5“ = 15“ / ca. 38 cm (hier grün)
- 18 Quadrate á 3 ½“ für die Fenster = 2 Streifen á 3 ½“ = 7“ / ca. 18 cm (hier Regenbogenstoff)
- Insgesamt: 96 cm
Für diese Methode nimmst du dir die Quadrate für die Rahmen, faltest diese einmal längs und einmal quer, um den Mittelpunkt zu markieren und faltest dann die vier Spitzen bis zur Mitte. Gut bügeln.
Markiere dir beim 40 x 40 cm Hintergrundstoff ebenfalls die Mitte, entweder auch durch falten oder zeichne dir zwei Mittellinien mit einem Trickmarker auf. Lege nun ein gefaltetes Quadrat für den Rahmen genau in die Mitte, die Spitzen sollten jeweils auf der horizontalen und vertikalen Hilfslinie liegen. Ausgehend davon legst du alle anderen Rahmen-Quadrate drumherum, Kante an Kante.

Für diese Methode brauchst du Quadrate für die Rahmen und die Fenster und ein großes Stück für den Hintergrund.

Fange an mit einem Quadrate für den Rahmen, falte alle Spitzen zur Mitte und platziere ein Quadrat für das Fenster darauf.

Verteile die "Rahmen" gleichmäßig auf deinem Hintergrundstoff. Dabei kannst du Lücken lassen ...
Du kannst dir aussuchen, ob du – wie beim klassischen Cathedral Window Muster – den Hintergrund vollständig bedeckst oder zwischen den einzelnen Fenstern Lücken lässt. Außerdem kannst du außen herum einen Rand frei lassen, so wie ich es hier gemacht habe, oder die Fenster halbieren und vierteln und sie bis an die Kante des Hintergrunds verteilen.
Fixiere die Fenster und Rahmen mit Stecknadeln auf dem Hintergrund. Du kannst erstmal in der Mitte beginnen und wenn die Quadrate dort festgenäht sind, mit den äußeren weitermachen.

... oder den Hintergrund - wie beim klassischen Cathedral Window Muster - vollständig bedecken.

Stecke die einzelnen Fenster am Hintergrund fest. Du kannst erstmal in der Mitte beginnen und die weiteren hinzufügen, wenn die Mitte festgenäht ist

Nähe Fenster und Rahmen mit ganz kurzen Stichen kreuzweise auf dem Hintergrund fest.
Nähe die Spitzen der Quadrate kreuzweise mit ganz kurzen Stichen am Hintergrund fest. Achte darauf, dass du Fenster- und Rahmenstoff erwischst. Wenn du eine äußere Spitze annähst, die kein Nachbar-Quadrat mehr hat, nähe am besten vom Quadrat aus „runter“ auf den Hintergrund, damit dir der Nähfuß die Stoffspitze nicht hochklappt. Ich habe zum Festnähen Garn in der Farbe des Hintergrundstoffes benutzt, damit war meine Naht später praktisch unsichtbar.
Jetzt gehst du weiter vor wie bei den beiden anderen Methoden. Klappe vorsichtig die Rahmen über die Fenster und nähe einen nach dem anderen fest.

Jetzt machst du weiter wie bei den vorherigen Methoden. Klappe die Rahmen im Bogen über die Fenster und nähe sie der Reihe nach fest

Die Spitzen sehen sehr sauber aus

wenn du magst, kannst du die Vorderseite jetzt noch quilten oder mit Knöpfen verzieren
Du kannst die Kissenvorderseite nun auf ein Stück Vlies legen und quilten, musst du aber nicht. Begradige deinen Hintergrundstoff und achte darauf, dass du ringsherum eine Nahtzugabe breit über die Spitzen deiner Fenster hinaus stehen lässt, damit diese nicht in der Naht verschwinden, wenn du das Ganze an die Rückseite nähst.
Pro
- Die Methode ist, im Vergleich zu den anderen, recht schnell
- Die Rückseite ist – mal abgesehen von Fadenenden – sehr ordentlich, weil wir einen durchgehenden Hintergrundstoff haben
- Der Stoffverbrauch für die einzelnen Fenster ist viel geringer
- Du musst dich mit viel weniger Stofflagen herumschlagen: meistens 4, nur an den umgeschlagenen Fensterrahmen 6.
Con
- Du hast für das ganze Motiv nur einen Hintergrund, weil er, anders als bei den beiden anderen Methoden, aus einem Stück besteht.
- An den Stellen, an denen die vier Spitzen der Fenster aufeinander treffen, wölbt sich der Stoff ein klein wenig nach oben. Um das zu verhindern, habe ich die Vorderseite ganz zum Schluß ein bisschen in den Zwischenräumen (pink) gequiltet.
Welche Erfahrungen hast du mit dem Cathedral Window Block gemacht? Hast du noch eine andere Methode, nach der du nähst?